Konservative Orthopädie

Es ist unstrittig, dass es eindeutige Indikationen für chirurgische Eingriffe gibt. Trotz der außerordentlichen, medizinischen Fortschritte birgt eine Operation aber immer ein gewisses Restrisiko und sollte immer das letzte Mittel, die Ultima Ratio, sein.

Nach ausführlicher Anamnese, medizinischer Untersuchung und ggf. apparativer Diagnostik bieten wir ein umfassendes konservativ-orthopädisches Behandlungsspektrum.

Durch enge Zusammenarbeit mit dem Osteopathen Oliver Schott und den Physiotherapeutinnen Jutta Heine und Melanie Bartels in unseren Praxisräumen in Kiel-Holtenau kann eine ganzheitliche, individuelle Betreuung ermöglicht werden.

Durch die Praxisgemeinschaft mit dem Allgemeinarzt Dr. med. Frank Gobisch in Wilhelmshaven besteht zudem eine fachübergreifende Betreuung auf kürzestem Wege. Im Folgenden aufgelistet finden Sie eine kurze Übersicht über unser konservativ-orthopädisches Behandlungsspektrum.

Umfangreiche Anamnese und klinische Untersuchung

Jeder Therapie ist die exakte Diagnose vorangestellt. Dazu zählen das ausführliche Anamnesegespräch und die körperliche Untersuchung. Sind außer der Sonografie weiterführende Untersuchungen wie Röntgen-, Computertomografie- oder Magnetresonanzaufnahmen erforderlich, überweisen wir Sie an entsprechende Fach-Kollegen, mit denen wir eng zusammenarbeiten. 

Manuelle Therapie

Manuelle Therapie ist ein wissenschaftlich fundiertes Handwerk und heißt wörtlich: Heilbehandlung mit den Händen.

Manuelle Therapie steht für die systematische Untersuchung und Behandlung des Bewegungssystems zur Schmerzlinderung, zur Mobilisierung und Funktionsverbesserung von Gelenken, Muskeln, Faszien und Nerven. Die Manuelle Medizin ist als Baustein eingebettet in ein diagnostisches und therapeutisches Konzept zur Behandlung und auch Prävention von Erkrankungen der Bewegungsorgane unter ganzheitlicher Betrachtung des Patienten.

Amerikanische  Chiropraktik

Ergänzend zur Manuellen Medizin befasst sich die  amerikanische Chiropraktik  mit der Diagnose, der Ursachenforschung, der Prävention sowie der Korrektur von Fehlstellungen und Verschiebungen innerhalb des Bewegungsapparates. Dabei stehen nicht nur die oftmals schmerzhaften Symptome im Vordergrund, sondern insbesondere das Verständnis für die eigentliche Ursache dieser Störung. 

Sonografie des Bewegungsapparates

Die Ultraschalluntersuchung des Bewegungsapparates ist ein Verfahren zur bildlichen Darstellung von Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenken und stellt eine ideale Ergänzung der Röntgendiagnostik dar. Während im Röntgenbild Knochenstrukturen beurteilt werden, macht die Sonografie vor allem die Weichteilstrukturen sichtbar.

Da Beschwerden oft nicht durch die Gelenke selbst hervorgerufen werden, sondern durch Veränderungen an den die Gelenke umgebenen Weichteilen ergänzt die Sonografie die orthopädische Untersuchung. An krankhaften Veränderungen zu nennen sind Muskelfaserrisse, Sehnenscheidenentzündungen, Schleimbeutelreizungen und Gelenkergüsse.

Mit der Sonografie ist eine dynamische Untersuchung möglich, das heißt, man sieht die Weichteile während der Bewegung. Es entsteht im Gegensatz zum Röntgen keine Strahlenbelastung.

Fokussierte Stoßwellentherapie

Bei klassischen Indikationen wie Kalkschulter, Fersensporn und Tennisellbogen und auch anderen Fragestellungen hat sich während der vergangenen Jahre das Verfahren der Stoßwellentherapie – insbesondere der hochwirksamen fokussierten Stoßwellentherapie – etabliert. Durch das Einbringen von Impulsen kommt es über den Mechanismus der Mechanotransduktion zu einer Zellstimulation und damit zur Freisetzung von hochaktiven biologischen Substanzen im behandelten Gewebe. Mit Hilfe dieser Impulse können krankhafte Prozesse an Gelenken und Sehnenansätzen gezielt zur Ausheilung gebracht werden.

Weitere Anwendungsgebiete der ESWT sind:

  • Epicondylitis humeri ulnaris („Golferarm“)
  • Supraspinatussehnensyndrom
  • Patellaspitzensyndrom (Joggers Knee/ Sprinterknie)
  • Bursitis trochanterica (Schleimbeutelentzündung Hüftknochen)
  • Pseudarthrosen (nicht verheilte Frakturen)
  • Muskuläre Schmerzsyndrome

Spezielle Arthrosetherapie

Die Arthrose kann frei übersetzt als Knorpelabrieberkrankung verstanden werden. Als Schmerztransmitter gilt die durch den Knorpelabrieb verursachte Reizung bzw. Entzündung der Gelenkschleimhaut.

Als klassisch symptomatische Methoden werden Medikamente ohne Cortison (sog. nicht-steroidale Entzündungshemmer) oder mit Cortison (d.h. steroidale Entzündungshemmer) verwendet.

Eine gut verträgliche Alternative bieten hier die in das betreffende Gelenk eingebrachten Hyaluronpräparate, welche funktionell die Gleiteigenschaften der Gelenkoberflächen verbessern und dadurch die Beweglichkeit bei gleichzeitiger Schmerzreduktion verbessern.

Kinesiotaping und funktionelle Verbände

Vor rund 30 Jahren entwickelte der japanische Chiropraktiker Kenzo Kase ein spezielles Pflaster: hochelastisch, atmungsaktiv und hautfreundlich. Wie eine zweite Haut dehnt sich das Tape und zieht sich wieder zusammen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Dabei wirkt es schmerzlindernd und stoffwechselanregend. Es hat nicht nur eine stabilisierende Wirkung auf die Gelenke, sondern unterstützt auch die Muskelfunktionen sowie die Blut- und Lymphzirkulation.

Das Tape an sich ist nicht neu. Herkömmlichen Pflaster sind starr und stabilisieren beispielsweise ein verletztes Gelenk nur passiv. Folge: „Durch die Entlastung bilden sich nicht beanspruchte Muskeln zurück, sie müssen später wieder aufgebaut werden. Zudem können Stauungen im venösen Blut- und im Lymphsystem auftreten. Das verzögert die Heilung.

Die elastischen Pflaster wirken einer Vielzahl von Beschwerden entgegen: Knie-, Sprung- und Schultergelenke, verspannter Rücken und Nacken, Tennis- und Golferarme sowie Sehnenscheidenentzündungen und Ödeme lassen sich besonders gut behandeln.

Schmerztherapie

Neben den konservativen analgetischen Therapiestrategien wie Manueller Medizin, Kinesiotaping und medikamentöser Schmerztherapie führen wir u.a. die therapeutische Lokalanästhesie sowie Injektionen und Infiltrationen z.B. an der Wirbelsäule bei Bandscheibenvorfällen, Spinalkanalverengungen, Wirbelgleiten und schmerzhaften Erkrankungen der kleinen Wirbelgelenke durch.